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DIE STADTBLUMEN


Vom 29.02.2012 bis zum 30.06.2012
Diese Aktion der Frühlingsforscher fand bei Ihnen vor der Haustür statt! Welche dieser drei Wildpflanzen hat in Ihrer Straße einen Lebensraum gefunden? Das Schmalblättrige Greiskraut, das Einjährige Berufkraut oder das Behaarte Schaumkraut? Und blühen sie? Die Stadt ist mittlerweile ebenso Forschungsgegenstand wie das Land. Ziel war es den Wissenschaftlern zu helfen zu verstehen, wie Architektur und Bauweise, das spezielle Stadtklima, aber auch das Wirken der in der Stadt lebenden Menschen die Verbreitung von Wildpflanzen beeinflussen, es sollten Hinweise auf wildes (Pflanzen-)Leben in der Stadt gefunden werden.


Das Behaarte Schaumkraut :

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt mittlerweile in Städten, und dieser Trend scheint weit davon entfernt sich umzukehren. Dennoch brauchen Menschen Grünflächen zur Erholung, für Freizeitaktivitäten, um sich wohl zu fühlen… Die grünen Lungen dienen im Sommer auch der Temperaturregulierung, da sie ein Gegengewicht zu den Wärmeinseln bilden, die sich aufgrund der in Straßen, Bürgersteigen und Gebäuden gespeicherten Wärme bilden. Sie reinigen die vom Feinstaub und Kohlendioxid belastete Luft und speichern die in den Fahrzeugabgasen enthaltenen giftigen Partikel im Boden. Und nicht nur das: Die städtischen Grünflächen sind Lebensraum für eine große Artenvielfalt an Vögeln, Pflanzen und Insekten. Einige dieser Wildformen versuchen auch, sich abseits der Grünflächen ein Plätzchen zu suchen; die Pflanzen zum Beispiel am Fuße einer Mauer oder unter Alleebäumen, in Mauerspalten und Gehwegritzen.


Im Frühling blühen die Pflanzen :

Doch wie schaffen es diese grünen Einzelkämpfer, sich zwischen Stein und Beton einzurichten? Auf welchem Weg breiten sie sich in den Städten aus? Und blühen sie früher als ihre Artgenossen auf dem Land? Durch betrachten Ihrer Straße mit neuen Augen und konnten Sie den Wissenschaftlern helfen, die erste Landkarte dieser drei kleinen Wildpflanzen und ihres Vorkommens inmitten unserer Städte anzulegen.
Der User muss für diese Aktion eine durchgehende Straße in der Nähe seiner Wohnung oder einen Ort, an dem er sich oft aufhält, auswählen.  Anhand eines Bestimmungsbogens kann er sich nun auf die Suche nach den drei Wildpflanzen machen: Schmalblättriges Greiskraut, Einjähriges Berufkraut und Behaartes Schaumkraut, und diese einfach nur fotografieren und der Website hochladen.


Dr. Andreas Bettinger :


Andreas Bettinger hat Agrarwissenschaften studiert. Seine fachlichen Arbeitsschwerpunkte sind Florenkartierung, Geobotanik und angewandte Vegetationskunde. Seit 1996 lehrt er an der Universität Saarbrücken sowie an der Fachhochschule Trier.
Im Verlaufe der letzten 20 Jahre hat er zahlreiche Publikationen insbesondere zu vegetationskundlichen Themen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands und Österreichs, aber auch zu Themen des angewandten Naturschutzes heraus gebracht. Von 1988 bis 2001 hat er als freier Gutachter und Planer im gesamten Bundesgebiet und in Osteuropa gearbeitet. Seit 2002 ist er im Ministerium für Umwelt des Saarlandes tätig, wo er mit dem Aufbau des Zentrums für Biodokumentation (ZfB) beauftragt wurde. Seit 2003 leitet Herr Dr. Bettinger das ZfB, das seit April 2004 als Stabsstelle dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz angegliedert ist. Neben der Erledigung der üblichen Pflichtaufgaben im Bereich der regionalen Biodokumentation verwaltet und betreut das ZfB die naturwissenschaftlichen Landessammlungen des Saarlandes.
Im April 2006 ist er zum Geschäftsführer des bundesweiten Dachverbandes „Netzwerk für Phytodiversität Deutschland e.V.“ und gleichzeitig zum Leiter der Koordinationsstelle Floristische Kartierung Deutschlands berufen worden.


DER REGENWURM
Vom 28.03.2012 bis zum 15.05.2012
Erleben Sie mit dem zweiten Projekt der Frühlingsforscher allein, mit Freunden oder mit der Familie die Rückkehr des Frühlings – und zwar unterirdisch! Beteiligen Sie sich ab dem 28 März an der ersten Regenwurm-Erhebung in der deutschen Geschichte und bestimmen Sie unsere geringelten Freunde im Garten, im Rasen oder in nahe gelegenen Feldern und Wäldern!


Im Frühling auf Regenwurm-Safari :

Zunehmende Urbanisierung, intensiver Ackerbau, der Einsatz von Pestiziden, Klimaerwärmung... Die Erde und der Boden sind schwer gebeutelt. Dabei leben dort ausgesprochen nützliche, langgestreckte und zum Teil auch wohlgenährte Tierchen – die Regenwürmer. Sie verbringen ihre Zeit damit, sich mit pflanzlichen Überresten vollzustopfen und sorgen auf diese Weise für eine Wiederverwertung organischer Abfälle, um sie erneut für die Pflanzen nutzbar zu machen. Dabei belüften sie auch noch den Boden, indem sie ein ausgedehntes Tunnelnetz anlegen und die Erde durch ihre ständigen Bewegungen auflockern. Dank all dieser guten Eigenschaften (und noch einiger weiterer) wurden die Regenwürmer von der Wissenschaft zu Indikatoren für die Bodenqualität erklärt. Doch wie lassen sich Parallelen zwischen der Bodennutzung (Garten, Feld, Gemüsebeet, Wald, biologischer oder integrierter Anbau usw.) und der Vielfalt der Regenwürmer in Deutschland ziehen?


Deutschland ist Regenwurmland :

Die Regenwurmforschung in Europa hat eine lange Tradition. Schon Charles Darwin hat sich intensiv mit der Lebensweise und dem Nutzen der kleinen und großen Bodenwühler auseinandergesetzt. Zeitgenossen befürchteten schon er werde herausfinden, dass der Mensch vom Regenwurm abstamme. Doch soweit ist es nicht gekommen. Darwins Beobachtungen sind aber der Beginn einer intensiven Forschung zur Bedeutung der Regenwürmer. Heute wissen wir, dass die Regenwürmer entscheidend dazu beitragen gesunde Böden bereitzustellen und zu erhalten. Wissenschaftler sehen in den Regenwürmern die „Ingenieure der Bodenfruchtbarkeit“. Regenwurmforscher sind deshalb nicht immer Biologen, oft sind es Bodenkundler, Agrar- oder Forstwissenschaftler. Deutschland ist Regenwurmland. Wir kennen hier 39 Regenwurmarten, die von ihrer Lebensweise her drei unterschiedlichen ökologischen Gruppen zugeordnet werden. Das gemäßigt atlantische Klima in Deutschland bietet den Regenwürmern grundsätzlich ideale Lebensbedingungen. Es ist spannend zu erfahren, wie sich bestimmte Landschaften und Habitate in ihrem Regenwurmbestand unterscheiden, oder ob sich auf den langen Strecken von Norden nach Süden bzw. von Westen nach Osten Veränderungen ergeben. Zwar haben viele Untersuchungen über Regenwürmer im Labor und auch auf Versuchsflächen viele neue Erkenntnisse erbracht, eine groß angelegte Erhebung für ganz Deutschland fehlt aber bisher und kann von den wenigen deutschen Regenwurmforschern auch nicht geleistet werden. Jede Regenwurmdokumentation hilft, hier große ökologische Forschung mit kleinen Beiträgen voranzubringen.
Im Frühling erwachen auch die Regenwürmer und die User von Arte.tv konntenan diesem Forschungsprojekt teilnehmen. Sie mussten die Anweisungen eines Protokollbogens folgen, damit Ihre Beobachtungen von den Wissenschaftlern ausgewertet werden konnten. Die Regenwürmer konnten mit Senf an die Erdoberfläche „gejagt“ werden und in drei unterschiedliche Kategorien eingeordnet und fotografiert werden.


Die idealen Rahmenbedingungen für Ihr Regenwurm-Forschungsprojekt sind:

Zeitraum: Von Mitte März bis Mitte Mai, wenn die Regenwürmer besonders aktiv sind.
Wetter: Die Temperatur sollte zwischen 6 und 10°C liegen.
Bodenbeschaffenheit: Der Boden sollte feucht sein (nach einem Regenschauer), weder gefroren noch im Tauen begriffen, weder besonders matschig noch sehr trocken.
Tageszeitpunkt: Vorzugsweise morgens bei bedecktem Himmel.


Dr Martin Potthoff:


Martin Potthoff ist Bodenbiologe mit den Schwerpunkten Bodenzoologie und Bodenmikrobiologie. Am CBL initiiert und koordiniert er Verbundforschungsprojekte vornehmlich im Bereich Landwirtschaft und Umwelt. Sein Göttinger Biologiestudium hat er mit einer Arbeit zu gegenseitigen Effekten zwischen Mikroorganismen und Regenwürmern in einem Ackerboden abgeschlossen. Von nun an ließ ihn die Bodenbiologie bzw. ließen ihn die Regenwürmer nicht mehr los. Viele Untersuchungen in verschiedenen Ackerbausystemen, in Wäldern und in Graslandsystemen nicht nur in Deutschland sondern auch in den USA schlossen sich an. Im Rahmen dieser Arbeiten hat Martin Potthoff 1999 promoviert und 2009 habilitiert.
GEORG-AUGUST-UNIVERSITÄT GOTTINGEN:
Das Zentrum für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung (CBL) ist eine Einrichtung von Forstwissenschaftlern, Agrarwissenschaftlern und Biologen der Universität Göttingen. Das gemeinsame Anliegen der Wissenschaftler ist es, in der Forschung aber auch in der Lehre für Studenten, Zusammenhänge zwischen der Vielfalt von Lebewesen und der dauerhaften Erhaltung von Ökosystemen darzustellen. Die Forscher gehen davon aus, dass die von Organismen ausgeführten Tätigkeiten Funktionen sind, die ein Ökosystem langfristig stabilisieren. Das gilt für natürliche Lebensräume ebenso wie für die von Menschen genutzten Wälder, Weiden oder Ackerflächen, die in Deutschland die Landschaft prägen. Regenwürmer sind sicherlich ein markantes Beispiel für Lebewesen, die durch ihre Aktivitäten nicht nur ein Ökosystem regulieren sondern über die Bodenfruchtbarkeit letztlich auch uns Menschen zu Diensten sind. Das CBL hat sich exakt diese Bereiche, also die Schnittstellen zwischen Naturschutz, biologischer Vielfalt und der landwirtschaftlichen bzw. forstwirtschaftlichen Produktion auf die Fahnen geschrieben.

DIE SCHMETTERLINGE:
Vom 04.04.2012 bis zum 30.06.2012
Bei dieser Aktion für die Frühlingsforscher ging es um Wanderfalter und darum, 1.) die Rückreiserouten der nach Norden fliegenden Schmetterlingsarten Distelfalter, Admiral und Taubenschwänzchen zu bestimmen und 2.) ihr


Der Distelfalter:

Im Frühjahr ziehen die Wanderfalter gen Norden :

„April macht, was er will“ - vor allem wettermäßig! Den Wanderfaltern ist das egal, sie treten ihre Rückreise in dieser Jahreszeit an, ob Sonne, Regen oder Schnee! Aber in den letzten Jahrzehnten hat sich das Klima in Europa um 1°C erwärmt, und die Diagramme der Durchschnittstemperaturen haben sich um 250 km nach Norden verschoben. Das verwirrt die Schmetterlinge, die an kältere Temperaturen gewohnt sind. Bei den Pflanzen, die ihre Raupen ernähren sollen, können sie sehr wählerisch sein. Wenn diese Pflanzen verschwinden oder nicht mehr zur selben Zeit blühen, kann das für Probleme sorgen. Vor allem bei den Wanderfaltern, die ihre Winterquartiere im Süden verlassen und nach Norden ziehen, um sich dort fortzupflanzen..
Die Aufgabe für die Frühlingsforscher: Das Vorankommen der Wanderfalter aufzeichnen
Die Beobachtung von Wanderfaltern in Europa ist nicht neu; tatsächlich gibt es darüber schon Aufzeichnungen aus dem Jahr 1100. Auf ihrer Reise müssen sich die Tiere ernähren und sind dabei sehr wählerisch. Angesichts der rasant fortschreitenden Verstädterung verringern sich Wiesen und Brachflächen. Dort wachsen Pflanzen die wertvollen Nektar produzieren, von dem sich diese grazilen Insekten ernähren. Welche Routen benutzen die Wanderfalter heute angesichts dieser Entwicklung? Für den Distelfalter war 2009 ein besonderes Jahr: Unzählige Distelfalter flatterten durch die Landschaft. Zehn Mal mehr Tiere als in den Vorjahren wurden gezählt. Aber man weiß wenig über die Reiserouten der Wanderfalter und welche Landschaften sie vorziehen oder gar zum Überleben brauchen.
In den letzten Jahrzehnten konnte in Deutschland zudem eine Veränderung in den Wanderungen einiger Falter festgestellt werden. So kommt es bei Admiral und Taubenschwänzchen immer häufiger vor, dass Tiere im Land überwintern und sich gar nicht mehr auf den Rückweg machen. Da die Winter milder geworden sind, haben sie gute Überlebenschancen. Für die Forschung ist es sehr interessant zu wissen, ob die Tiere als Falter überwintert haben (dann nähern sie sich jetzt ihrem Lebensende und sehen entsprechend „abgeflogen“ aus – die Farben sind verblasst und die Flügel zum Teil ausgefranst) oder ob es Puppenüberwinterer sind, die frisch geschlüpft sind (dann sehen sie noch ganz frisch aus). Auch für die einwandernden Falter ist diese Angabe sehr wichtig, denn sie gibt uns Informationen darüber, wie lange der Falter schon unterwegs ist.


Sonderauftrag - der Aurorafalter :

Der Flug der Wanderfalter hängt sehr stark von den Witterungsbedingungen ab. Um nun abschätzen zu können, wie die Situation für die Schmetterlinge allgemein ist, bitten wir Sie, zusätzlich noch den Aurorafalter zu beobachten. Der Aurorafalter ist kein Wanderfalter wie die drei anderen zu beobachtenden Arten sondern überwintert als Puppe in seinem Lebensraum. Er fliegt in der Zeit von April bis Juni, also genau im Zeitraum der Aktion. Er ist im ganzen Land anzutreffen, relativ häufig und einfach zu bestimmen und kann uns so eine gute Vergleichsbasis für den Flug der Wanderfalter in diesem Frühjahr liefern.


Im Frühling gehen die Schmetterlinge auf Tour: Folgen Sie ihnen!

Wie das geht? Nichts leichter als das! Egal, ob Garten, Brachland oder Wiesen, Großstadt oder unberührte Landstriche, Wanderfalter kann man überall sehen. Nehmen Sie den Bestimmungsbogen zur Hand und folgen Sie den Anweisungen des Protokollbogens. Sie können auch den Merkzettel ausdrucken, um vor Ort Ihre Beobachtungen zu notieren. Guten Flug!
Die Beobachtungen wurden nicht nur auf der Frühlingsforscher-Seite ausgewertet, sondern sind auch in die Datenbank von Tagfalter-Monitoring eingeflossen.


Die idealen Rahmenbedingungen für die Aktion :

Zeitraum: von April bis Juni
Wetter: sonnig bis leicht bewölkt, keinesfalls Regen


Dr. Elisabeth Kühn :

Elisabeth Kühn ist seit 2002 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ  tätig.  Die studierte Biologin arbeitete nach dem Studium an der Ruhr-Universität Bochum zunächst als freiberufliche Gutachterin und dann als Angestellte in einem ökologischen Planungsbüro. Am UFZ koordinierte sie zunächst von 2002 bis 2006 das EU-Projekt MacMan, bei dem es um die Erforschung der Ökologie und den Schutz von Ameisenbläulingen, einer Gruppe von hoch-spezialisierten Schmetterlingsarten ging. Seit 2005 koordiniert sie zudem das Tagfalter-Monitoring Deutschland, ein Langzeit-Monitoringprogramm, bei dem mit der Unterstützung von ehrenamtlichen Schmetterlingszählern bundesweit Tagfalter auf festgelegten Zählstrecken (sog. Transekte) erfasst werden.
Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt.
Einen der drei Forschungsschwerpunkte des UFZ bilden die Themen Landnutzung, Biodiversität und Bioenergie. Mehr als 100 Forscherinnen und Forscher aus den Natur- und Sozialwissenschaften arbeiten in diesem Bereich. Beispielsweise untersuchen sie, welche Auswirkungen invasive Arten, der Klimawandel oder die Landnutzung auf Pflanzen- und Tierpopulationen sowie Ökosysteme haben. Viele ökologische Dienstleistungen, wie die Bestäubung von Pflanzen durch Insekten, nutzen wir Menschen kostenlos oder zu sehr geringen Kosten. Die Betrachtung der biologischen Vielfalt aus ökonomischer Sicht, stellt Nutzen und Kosten gegenüber und liefert dadurch systematische Grundlagen wie mit dem knappen Gut Biodiversität umgegangen werden kann.
Zusammen mit Vögeln gelten Schmetterlinge als die Tiergruppe, die am besten geeignet ist, den Zustand von Lebensräumen und der Biodiversität allgemein zu erfassen und zu bewerten. Aus diesem Grund koordiniert das UFZ seit 2005 das Tagfalter-Monitoring, bei dem Freiwillige deutschlandweit regelmäßig melden, welche Schmetterlingsarten wie häufig auftreten.
Neben der Biodiversität befasst sich die Forschung am UFZ mit Wasserressourcen, den Folgen des Klimawandels, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen.
Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg ungefähr 1.000 Mitarbeiter. Es wird vom Bund (90 %) sowie von Sachsen (5 %) und Sachsen-Anhalt (5 %) finanziert.
Das UFZ ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit über 31.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist.
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum.
Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

DIE MEHLSCHWALBE
Vom 25.04.2012 bis zum 30.06.2012
Die Anzahl der Schwalben ist in den letzten 20 Jahren dramatisch zurückgegangen. Mit dieser Aktion konnten die User auf die Suche nach Mehlschwalbennestern gehen. Auf das Zerstören von Nestern steht in Deutschland eine Strafe von bis zu 50.000 €.


Wo nisten die Mehlschwalben im Frühling?
Schwalbenvögel sind uns besonders vertraut, denn sie bauen ihre Nester im Frühling in unmittelbarer Nähe des Menschen auf dem Land oder in den Städten. Und doch sieht man in den letzten Jahren immer weniger Schwalben. Was ist der Grund? Werden bei der Renovierung von Gebäuden in Städten und Dörfern ihre Brutplätze zerstört? Haben menschliche Einflüsse das Insektenvorkommen verringert und damit die wichtigste Nahrungsquelle der Schwalben vernichtet? Beide Faktoren sind erwiesenermaßen für den Schwalbenschwund mitverantwortlich. Um die Vögel bei der Stadtplanung besser zu berücksichtigen, müssen deshalb Informationen über die Schwalbenpopulationen in Europa gesammelt werden. Und dazu ist es notwendig, die Kolonien zu lokalisieren.


Die Frühlingsforscher: Erfassung aller Mehlschwalbennester
Ornithologen haben in den letzten zwanzig Jahren einen beunruhigenden Rückgang der Schwalbenpopulation beobachtet. Am stärksten gefährdet ist die Mehlschwalbe, deren Zahl in den letzten 20 Jahren um mindestens 20% zurückging! Der Grund scheint im Mangel an geeigneten Brutplätzen zu liegen. Da sich die Schwalben in der Nähe der Menschen fortpflanzen und ihre Nester unter den Dachvorsprüngen unserer Häuser bauen, sind sie leicht zu entdecken. Doch hier liegt auch das Problem – moderne Gebäude haben keine Dachvorsprünge, unter denen die Schwalben ihr Nest bauen könnten; und viele Nester werden bei Renovierungsarbeiten zerstört. Für Wissenschaftlicher und Organisatoren ist es daher wichtig zu wissen, wo sich die Nester genau befinden.
Die Aktion bestand daraus mehrere Mehlschwalben im Flug zu erkennen, weil dann eine Kolonie sicher nicht weit ist. Die bewohnten Nester mussten dann gezählt werden und die Nester fotografiert und Ort und Datum der Beobachtung notiert werden.
Die Rahmenbedingungen für das Forschungsprojekt:
Zeitraum: vom 25. April bis 30. Juni
Zu welcher Tageszeit: ganztägig von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang
Dr. Sven Trautmann:
Dr. Sven Trautmann hat an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz studiert und mit der Arbeit "Modelling bird distributions and communities under global change" promoviert. Er ist Mitglied der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft und von NABU. Dr. Sven Trautmann hat zahlreiche ornithologische Studien beraten. Er ist Koordinator des Monitoring häufiger Brutvögel des Dachverbands deutscher Avifaunisten DDA.